KLEINTIERHALTUNG

 

Hühner und „Chüngel“ sind sicher für jeden ein Begriff, doch nicht jeder weiss, dass es eine enorme Rassenvielfalt gibt. In der Schweiz sind es 38 Kaninchenrassen und etwa 130 Geflügelrassen. Dazu gehören auch viele Tauben und Ziervögelarten.

 

Die Zeit, in der fast hinter jedem zweiten Haus ein Hahn auf dem Miststock krähte und fast jeder ein paar „Chüngeli“ zur Selbstversorgung hielt, ist ganz bestimmt definitiv vorbei. Doch trotzdem ist auch heute noch, wenn genügend Zeit und Platz vorhanden ist, die Kleintierhaltung ein sinnvolles Hobby. Diese Aufgabe und die Ruhe, die damit verbunden ist, lenken vom täglichen Stress ab. Zudem sind uns die Tiere dankbar, wenn wir uns ihnen widmen. Mit dem Ziel, deren Rassenvielfalt zu erhalten, werden sie rassenrein weitergezüchtet. Es ist jedes Jahr ein besonderes Erlebnis, wenn sich gerade im Frühling der Nachwuchs einstellt. Man kann dann die heranwachsenden Tiere hegen und pflegen und beobachten, wie sie heranwachsen. Im Herbst werden dann die schönsten Tiere ausgesucht und an Ausstellungen mit Tieren aus der ganzen Schweiz verglichen und prämiert. Doch wichtiger als dieser „gesunde“ Wettbewerb, sollten stets die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Tiere sein.

KANINCHENZUCHT

 

Rassekaninchen unterscheiden sich durch ihr Gewicht, Farbe, Körpergrösse, Haarlänge und die Stellung ihrer Ohren und werden in einer Musterbeschreibung, dem Standard, umschrieben.

Es werden Rex-Kaninchen gezüchtet mit kurzen Haaren (2 cm), Angora-Kaninchen mit langen Haaren (8 bis 12 cm) und Normalhaarkaninchen (2,5 bis 3,5 cm). Zudem gibt es Kaninchen mit Hängeohren, aber auch gescheckte Tiere in verschiedenen Grössen und Farben.

 

Alle unsere Hauskaninchen stammen vom Wildkaninchen ab, dessen Urheimat die iberische Halbinsel ist und Spanien sogar den Namen gegeben hat.

 

Feldhase und Kaninchen sind aber weder miteinander verwandt noch können sie untereinander gepaart werden. Französische Mönche haben schon vor 2000 Jahren damit begonnen, die Wildkaninchen zu domestizieren. Durch Veränderungen im Erbgefüge (Mutationen) sind dann im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Rassen und Farben entstanden. Schon im 16. Jahrhundert wurde von gesilberten, gelben und gescheckten Tieren berichtet. Die planmässige Zucht dieser Rassen begann ungefähr Mitte des letzten Jahrhunderts in Belgien, Frankreich, England und auch im deutschsprachigen Raum. Die Kaninchenhaltung diente insbesondere auch der Selbstversorgung und erlebte vor allem in Krisenzeiten eine sehr starke Verbreitung.

RASSEGEFLÜGELZUCHT

 

Der Umgang mit Rassegeflügel, auch die Zucht einer Geflügelrasse ist eine sehr interessante Freizeitbeschäftigung. Die große Familie der Puten, Perlhühner, Gänse, Enten und Hühner hat so viele Farbenschläge und Gefiederzeichnungen.

 

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES HUHNS -EI

Bei den Kelten, Griechen, Ägyptern, Tibetanern, Hindu, Vietnamesen, Chinesen und Japanern findet sich die gleiche Legende vom Ei, das die Welt hervorgebracht hat. Für die Chinesen ist das Universum einem gigantischen Ei entsprungen.

 

Bei den Inkas hat der Sonnenvater drei Eier geschickt:

eines aus Gold, welchem die Adeligen entstammten;

eines aus Silber, dem die Frauen entstammten;

eines aus Kupfer, welches das Volk hervorbrachte.

In Japan sagt man, dass das Ei die vier Lebenselemente symbolisiere: die Schale stellt die Erde dar, das Eihäutchen die Luft, das Eiklar (Eiweiss) das Wasser, das Eigelb das Feuer.

 

Die Eier sind in Frankreich mit den Römern in die Küche gelangt, die nun gallo-romanisch wurde. Clovis scheiterte an einer Magenverstimmung, weil er hart gekochte Eier liebte! Die Römer haben als Erste die Hühneraufzucht auf ihren Höfen entwickelt. Sie kannten sechs verschiedene Legerassen, heute gibt es davon über 100. Die Eier wurden auch zur Ehre von Volksfesten aufgetischt: Für die Krönung von Papst Clemens in Avignon wurden 3‘2 Dutzend Eier verwendet, um Tausende von Gästen zu verwöhnen (wie viele Eier sind das nun?). Auch Karl der Grosse, berühmt dafür, die Schule erfunden zu haben, verfügte, dass sich auf allen kaiserlichen Bauernhöfen mindestens je hundert Hühner aufhalten müssten.

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